26. November 2017

Ergebnisse der Meisterprüfung vom 26.11.2017

Allgemein,Prüfung — Michel Pougin @ 18:05

Nach vielen Jahren Training war es heute so weit: Endlich die lang ersehnte Schwarzgurtprüfung von Arthur Büter.  Es waren zwei weitere Teilnehmer dabei: Alex (Schüler von Großmeister Matthias Schneider) und Marco (Schüler von Großmeister Jürgen Britius).

Alle drei Teilnehmer bestanden die 1. Dan Prüfung (1. Schwarzgurt = Meisterschüler).

Fotos folgen in Kürze.

Trennbalken.jpg

Was ist der Dan/Poom?: Dan ist der Meistergrad (Schwarzgurt). Erst im Alter von 16 Jahren darf man den “Dan” (Schwarzgurt) tragen. Wenn man jünger ist, nennt sich das “Poom”. Es ist ein zweifarbiger Gurt, die eine Hälfte schwarz, die andere rot. Hier (Seiten 5-8) Fotos und mehr Erklärungen.

Wie viele Dan-Graduierungen gibt es? Es gibt insgesamt 10 Dan-Graduierungen, also 10 Schwarzgurte. 1. bis 3. Dan ist Meisterschüler, 4. Dan ist Meister, ab 5. Dan ist Großmeister.  Den 10. Dan darf nur der WTF Präsident in Korea tragen. Ab dem 7. Dan muss man die Prüfung in Korea ablegen. Hier (Seiten 5-8) Fotos und mehr Erklärungen.

Wie sind die Wartezeiten zwischen den Dan-Prüfungen? Immer die Dan-Zahl als Jahreszahl. Wenn man den 1. Dan hat, muss man 1 Jahr warten, um die nächste Dan-Prüfung ablegen zu dürfen. 2. Dan = 2 Jahre, 3. Dan = 3 Jahre usw. Daher ist man Meisterschüler vom 1. bis zum 3. Dan, denn das sind insgesamt 6 Jahre. Ab dem 4. Dan ist man Meister, d.h. man muss 6 Jahre trainieren um Meister zu sein – eine lange Zeit. 4. Dan = 4 Jahre warten, dann erst darf man die Prüfung zum Großmeister ablegen und trägt bis dahin schon 6+4=10 Jahre lang den Schwarzgurt.

Warum die langen Wartezeiten? Ein Meister muss viel Erfahrung haben, sowohl in den Techniken, als auch im Umgang mit Menschen. Eine gewisse (innere) Ruhe und Reife soll sich in den 6 Jahren als Meisterschüler entwickeln. Durch die vielen Jahre Training reift sowohl die Technik und durch das Leiten von eigenen Kursen in der Funktion als Co-Trainer reift vor allem auch der Charakter. Wer mit TKD sehr früh anfängt, darf trotzdem erst mit 16 den “richtigen” Dan tragen (vorher durfte man nur den Poom tragen). Wer beispielsweise im Alter von 20 Jahren den 1. Dan hat, ist so lange Meisterschüler, bis er dann frühestens 6 Jahre später im Alter von 26 Jahren den 4. Dan absolvieren darf und Meister ist. Nun ist man nicht mehr anfang 20, sondern mitte 20 und etwas reifer. Erfahrungsgemäß kann man nicht jede Prüfung immer zeitgenau einhalten. Studium, Ausbildung und Beruf verzögern generell diese theoretischen Wartezeiten. Nun geht man auf die 30 zu und sollte sein eigenes Kommando haben, d.h. den eigenen Kurs/Verein/Schule als Trainer leiten. Weitere 4 Jahre soll der Charakter und die Techniken reifen, für die Prüfung zum 5. Dan, den Großmeister. Die meisten sind dann mitte 30 und gehen auf die 40 zu. Man hat weitaus mehr Lebenserfahrung als damals mit 20, wo man noch Meisterschüler war und den 1. Dan hatte. Ein Großmeister darf nun endlich auch selber Prüfungen abnehmen. Man trägt nun schon 1+2+3+4 = 10 Jahre lang den Schwarzgurt.

Ein Vergleich: Wieviele Jahre, bis man andere prüfen darf? Eine normale Friseurausbildung dauert 2-3 Jahre. Danach kann man direkt den Meister machen, das dauert 1,5 bis 2 Jahre. Ab dann kann man sein eigenes Geschäft eröffnen und Mitglied in einer Prüfungsinnung werden. Zeitdauer insgesamt 3+2= 5 Jahre. Beim TKD dauert die Ausbildung zum Schwarzgurt 3-4 Jahre, bis zum Meister sind es 6 Jahre und bis zum Großmeister ab dem man dann Prüfungen abnehmen darf nochmal weitere 4 Jahre. 4+6+4=14 Jahre! Eine Ausbildung von 14 Jahren, und erst dann darf man in der WTF (World Tae Kwon Do Federation) Prüfungen abnehmen. In der DTU (Deutsche Tae Kwon Do Union) ist das etwas anders, hier ermöglicht eine Staffelung ein früheres Abnehmen der Prüfungen.

Gurtfarben variieren von Verein zu Verein? Jeder Meister kann in seinem eigenen Verein wählen, ob er das zweifarbige Gurtsystem anbietet oder das vereinfachte Vollfarbensystem. Die korrekte Gurtfarbenabfolge ist weltweit: weiß, weißgelb, gelb, gelbgrün, grün, grünblau, blau, blaurot, rot, rotschwarz und schwarz. Zweifarbige Gurte sind doppelt so teuer und neue Gurte sind unangenehm zu tragen und gehen schneller auf. Daher verwenden die meisten Vereine nur weiß, 2x gelb, 2x grün, 2x blau, 3x rot, schwarz und der Trainer kann auch einfacher die Gruppen/Trainingspartner zuweisen. Es gibt deshlab 3x rot, da man den Schwarzen nicht vorher tragen darf. Manche Vereine gehen dann hin und tragen vor dem schwarzen einen Braungurt. Dieser ist offiziell NICHT beim Tae Kwon Do vertreten, nur beim Karate, Judo und anderen. Auf internationalen Meisterschaften habe ich gesehen, daß im Ausland auch orange farbende Gurte verwendet werden. Auch dieser gehört nicht NICHT offiziell zum Tae Kwon Do. Bei uns hat großmeister Chung eingeführt, daß man den Schwarzgurt auch unter 16 Jahren tragen darf. Wie erwähnt, ist das kostengünstiger und einheitlicher. Und jeder Schwarzgurt ist stolz darauf, wenn der Gurt durch jahrelanges Training richtig gebraucht aussieht, die Farbe verliert und die Stofffetzen herunterbaumeln. Je benutzter ein Schwarzgurt aussieht, desto stolzer ist sein Besitzer. So dürfen Tom und Jamie jetzt schon den Schwarzgurt tragen und ihn abnutzen und müssen bekommen keinen neuen wenn sie 16 Jahre alt sind.

Keine Kommentare

Noch keine Kommentare

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Entschuldige, das Kommentarformular ist zurzeit geschlossen.